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Wer sind die Friesen?
WappenDie frühesten Nachrichten über Friesen stammen von den römischen Autoren Plinius dem Älteren und Tacitus. Sie berichteten von den Frisii bzw. Frisia(e)vones als eins der zwischen den Rheinmündungen und der Ems siedelnden Völker. Ob diese Vorfahren der heutigen Friesen waren, bleibt unklar. Offenbar aber handelte es sich um ein nicht-germanisches Volk, das aus dem großen Schmelztiegel von germanischen und nicht-germanischen Völkern im nordwesteuropäischen Raum hervorging. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte mischten sich die Friesen mit den eindringenden Germanen. Sie wurden zum Teil "germanisiert", "frisiierten" ihrerseits aber auch die "Eroberer". Im frühen Mittelalter reichte ihr Siedlungsgebiet von der Küste bis zur Rhein- und Elbmündung heran. Die heute niederländischen Provinzen Noord-Holland und Groningen, die heute deutschen Landschaften Butjadingen in der Weser-Marsch und teiweise das Gebiet Wursten waren einst friesische Gebiete.

Etwa im 7. und 8. Jahrhundert siedelten Friesen zudem an der Küste und auf den Inseln des heutigen Bundeslandes Schleswig-Holstein. Ab Beginn des zweiten Jahrtausends n. Chr. siedelten sie auch auf dem schmalen Sandkorridor entlang der Sagter Ems. Sie nannten sich später Saterfriesen. Im Laufe des 8. Jahrhunderts wurde das Gebiet zwischen der Weser und den Rheinmündungen dem fränkischen Reich zugeschlagen. Die Friesen wurden dabei von den Franken als eigenstädige Rechtsgemeinschaft betrachtet. Für den Reichstag in Aachen im Jahr 802 ließ Karl der Große friesisches Gewohnheitsrecht, das Lex Frisionum, ins Lateinische übersetzen und aufzeichnen. Im Jahr 843 wurde das Frankenreich geteilt, das ganze friesische Küstengebiet bis zur unteren Weser unterstand jetzt Lothar I.. Ab etwa 900 war es Teil des "Deutschen Reiches". Erst mit dem Häuptlingsgeschlecht der Cirksena begann in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts für die Friesen in Ostfriesland eine Zeit landesherrlicher Gewalt. Weltruf - zumindest in der damals bekannten Welt - erlangten die Friesen vor allem als seefahrende Kaufleute. Noch im Hochmittelalter hieß die Nordsee deshalb "Mare Frisicum", das "Friesische Meer". Im 13. Jahrhundert war das Gebiet zwischen Jade und Ems das Land der freien, friesischen Bauern. Es gab keine Ritter und Lehnsleute und keine Unfreien.

Der Geschichtsschreiber Ubbo Emmius schrieb im 17. Jahrhundert rückblickend: "Sie bilden einen völlig selbständigen Staat für sich, diese Anwohner des deutschen Meeres; eine freie Republik, und das völlig losgelöst vom übrigen Deutschland." Im Gegensatz zu den übrigen Territorien im Deutschen Reich war dies eine große Besonderheit, die erst mit der Vorherrschaft des ostfriesischen Häuptlingsgeschlechts der Cirksena in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein Ende fand. Die Friesen verband auch die eigene Sprache. Spätestens im 6. Jahrhundert entstand entlang der Nordseeküste und in Südengland die sogenannte nordseegermanische Sprachengruppe. Aus diesen Sprachen entwickelte sich u.a. das Altfriesische. In Ostfriesland gibt es heute keine gebürtigen Sprachfriesen mehr. Was hierzulande gemeinhin als "Ostfriesisch" bezeichnet wird, ist Plattdeutsch. Im Saterland sprechen heute noch mehr als 2000 Menschen das Friesische.

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Index„Dort bewohnt ein elendes Volk hohe Erhebungen oder künstliche, nach Maßgabe der höchsten Flut aufgeworfene Hügel, auf denen man Hütten errichtet hat. Schiffenden gleichen sie, wenn die Wogen die Umgebung bedecken, Schiffbrüchigen aber, wenn jene sich verlaufen haben; dann machen sie um die Hütten her Jagd auf die zugleich mit dem Meere entfliehenden Fische. Vieh zu halten und von Milch zu leben, wie die Nachbarn, ist ihnen nicht vergönnt, ja nicht einmal der Kampf mit wilden Tieren, da alles Gebüsch weit entfernt ist. Aus Schilf und Sumpfbinsen drehen sie Stricke, um den Fische Netze zu stellen. Und indem sie mit Händen ergriffenen Schlamm mehr im Winde als an der Sonne trocknen, erwärmen sie mir Erde ihre Speisen und ihre vom Nordwind erstarrten Leiber. Zum Trinken benutzen sie Regenwasser, das sie auf dem Vorplatz des Hauses in Gruben aufbewahren. Und diese Stämme, wenn sie heute vom römischen Volke bezwungen würden, so würden sie sagen, sie seien Knechte geworden! In der Tat, es ist so: „Viele verschont das Geschick zur Strafe."
Plinius der Ältere (24-79 n. Chr. Geb.)

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